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Rund 440 Menschen aus etwa 25 Nationen halten in Wien Mercedes-Benz in Bewegung. Sie arbeiten für jenes Unternehmen, das jahrzehntelang WIESENTHAL Handel und Service GmbH hieß und seit September 2022 als Merbag GmbH firmiert. Der Rechtsträger blieb derselbe, ebenso die Firmenbuchnummer und der Sitz in der Troststraße in Wien-Favoriten. Geändert hat sich der Name über der Tür, nicht die Arbeit dahinter.
Die Geschichte beginnt 1924. Damals stieg Günther Wiesenthal als Teilhaber bei den Mercedes-Benz-Vertretungen in Prag und Wien ein, und daraus wuchs über Jahrzehnte das Wiener Mercedes-Geschäft mit heute sechs Standorten. 2020 übernahm die Schweizer Merbag Holding das Österreichgeschäft, zwei Jahre später folgte der Namenswechsel. Verkauft, gewartet und repariert wird weiterhin am selben Ort.
Das Geschäft ist schnell erklärt. Neu- und Gebrauchtwagen der Marken Mercedes-Benz, Mercedes-AMG, Maybach und smart gehen über den Verkaufstisch, dazu Transporter für Gewerbekunden. Der Rest der Wertschöpfung passiert danach: Service, Karosserie, Ersatzteile, Reifen, Finanzierung, Miete. In Liesing steht seit April 2023 eine Karosseriewerkstatt, die zusätzlich als Tesla Approved Body Shop zertifiziert ist. In der Donaustadt eröffnete im selben Jahr ein Schauraum mit rund 2.000 Quadratmetern, und der Betrieb in Brunn am Gebirge kommt auf etwa 12.000 Quadratmeter. Die Troststraße, der älteste Standort, betreut bis heute Maybach- und SLR-Fahrzeuge.
Hinter dem Wiener Betrieb steht ein Schweizer Familienunternehmen in dritter Generation mit Hauptsitz in Schlieren bei Zürich. Zum 1. Dezember 2025 gehörten zur Merbag-Gruppe rund 4.300 Mitarbeitende an 64 Standorten in der Schweiz, Deutschland, Italien, Luxemburg und Österreich. Für Beschäftigte heißt das: ein Arbeitgeber mit langer Linie im Rücken, der zuletzt eher zugekauft als abgebaut hat.
Wer hier anfängt, landet meist in der Werkstatt oder im Verkauf. Kfz-Techniker und Karosseriebauer stellen den größten Teil der Belegschaft, dazu kommen Serviceberatung, Ersatzteillager, Disposition und Verwaltung. Das Unternehmen hält neben der Kfz-Technik- und Handelsberechtigung auch eine Gewerbeberechtigung als Versicherungsagent, weil Finanzierung und Versicherung beim Autokauf mitlaufen. Lehrlinge werden laufend aufgenommen und im eigenen Haus ausgebildet. Zu Gehaltsbändern und einzelnen Zusatzleistungen veröffentlicht das Unternehmen öffentlich nichts, das klärt sich im Bewerbungsgespräch. Öffentlich nachlesbar ist dagegen die Reichweite des Service: Der hauseigene Flottendienstleister MO'Drive arbeitet an über 40 Servicepunkten in ganz Österreich.
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