Prochenberg 24
3341 Ybbsitz
Österreich

In Ybbsitz stand 1664 eine Pfannenschmiede. Aus ihr ist über elf Generationen im Familienbesitz ein Profilhersteller geworden, der heute rund 2.400 Menschen beschäftigt und Kunden auf drei Kontinenten beliefert. Welser Profile Austria GmbH ist die österreichische Gesellschaft der Gruppe, mit dem großen Werk in Gresten und dem Technologiezentrum für Werkzeugbau in Ybbsitz.
Rollformen klingt technisch, ist aber schnell erklärt: Ein Stahlband läuft durch eine lange Reihe von Walzen und bekommt Schritt für Schritt sein Profil, bis am Ende genau jene Form herauskommt, die ein Kunde für sein Produkt braucht. Seit 1960 sind auf diese Weise über 25.200 verschiedene Profilquerschnitte entstanden. Verarbeitet werden Stahl, Edelstahl und Buntmetalle in Dicken von 0,3 bis 8,2 Millimetern, an rund 90 Profilieranlagen. Die fertigen Profile stecken später in Fahrzeugen, in Gebäuden und in Maschinen, meist unsichtbar, aber tragend.
Gefertigt wird an fünf Produktionsstandorten. Zwei davon liegen in Österreich, dazu kommen Bönen in Nordrhein-Westfalen und zwei Werke in Valley City im US-Bundesstaat Ohio, die seit der Übernahme von Superior Roll Forming 2018 zur Gruppe gehören. Ein Logistikzentrum in der Schweiz und Vertriebsbüros von Großbritannien über Frankreich und Polen bis in die Türkei halten den Kontakt zu den Märkten. Wer hier arbeitet, hat also mit internationalen Kunden zu tun, ohne dafür den Betrieb wechseln zu müssen.
Die Berufe im Haus sind entsprechend unterschiedlich. An den Anlagen in Gresten stehen Verfahrens- und Maschinenbautechniker, im Werkzeugbau in Ybbsitz entstehen die Walzensätze, mit denen ein neues Profil überhaupt erst hergestellt werden kann. Daneben gibt es Konstruktion, Instandhaltung, IT, Qualitätssicherung und den technischen Vertrieb, der Kunden bei der Produktentwicklung begleitet.
Ausgebildet wird seit 1950. In Österreich stehen neun Lehrberufe aus Metall, Elektro, Technik und Büro offen, bis zu 30 junge Menschen starten pro Jahr, rund 110 sind derzeit in Ausbildung. Auch für Quereinsteiger aus anderen Branchen gibt es Umschulungsprogramme, deren Kosten das Unternehmen bei passender Eignung übernimmt. Bezahlt wird nach dem Kollektivvertrag der Metallindustrie, dazu kommen betriebliche Altersvorsorge, Kantine, Fitnessraum und Arbeitskleidung für die Produktion. Rund die Hälfte der Belegschaft ist seit mehr als zehn Jahren im Unternehmen, das Durchschnittsalter liegt bei 38 Jahren, und Menschen aus 36 Nationen arbeiten in der Gruppe zusammen.
Wie viele Beschäftigte genau auf die österreichische Gesellschaft entfallen, veröffentlicht das Unternehmen nicht; die Zahlen beziehen sich auf die Gruppe. Die Lehrwerkstatt in Gresten misst 2.000 Quadratmeter, und die erste Etappe dauert dort 30 Wochen, bevor die Lehrlinge in die Fachabteilungen und an die Ausbildungs-Profilieranlage wechseln.
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