Lassallestraße 1
1020 Wien
Österreich

Rund 27.900 Menschen werden 2026 das waff-Beratungszentrum in der Wiener Nordbahnstraße aufsuchen, weil sie beruflich weiterkommen wollen. Manche planen eine Ausbildung, andere den Wiedereinstieg nach der Karenz, wieder andere den Umstieg in einen ganz neuen Beruf. Wer beim waff arbeitet, sitzt genau an dieser Stelle: dort, wo aus einem Vorhaben ein Kursplatz, eine Förderung oder ein Arbeitsvertrag wird. Der Fonds der Stadt Wien macht das seit 1995.
Der waff ist ein Fonds der Gemeinde Wien und wird weitgehend von der Stadt finanziert. Für das Arbeitsprogramm 2026 stehen mehr als 149 Millionen Euro bereit; damit sollen über 41.600 Wienerinnen und Wiener sowie rund 1.300 Betriebe unterstützt werden (Stadt Wien, Presseaussendung vom 15. Jänner 2026). Die Arbeit ist sehr konkret. Im Programm Jobs PLUS Ausbildung etwa sind für heuer rund 2.600 Einstiege geplant, also Menschen, die eine Ausbildung absolvieren und den Arbeitsplatz danach bereits fix in der Tasche haben. Für frauenspezifische Angebote wie die Frauenstiftung Wien und die Beratung beim Wiedereinstieg sind 14 Millionen Euro vorgesehen, von denen etwa 5.700 Wienerinnen profitieren sollen.
Getragen wird das Ganze breit: Im Vorstand sitzen Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Wien, der Sozialpartner und des AMS Wien an einem Tisch, den Vorsitz führt Christian Meidlinger vom ÖGB. Das Kuratorium versammelt alle im Wiener Gemeinderat vertretenen Parteien unter Vorsitz des Bürgermeisters. Diese Konstruktion sorgt für Beständigkeit, und die zeigt sich auch an der Spitze. Fritz Meißl leitete den waff von der Gründung 1995 bis zu seinem Ruhestand. Seit April 2025 führt Marko Miloradović die Geschäftsstelle; er hatte sich zuvor in einem dreistufigen Verfahren gegen rund 50 Mitbewerberinnen und Mitbewerber durchgesetzt.
Gearbeitet wird an zwei Adressen im 2. Bezirk, in der Geschäftsstelle in der Lassallestraße 1 und im Beratungszentrum in der Nordbahnstraße 36, beide gut mit der U-Bahn erreichbar. Die Berufsbilder unterscheiden sich dabei stark voneinander. In der Beratung sitzen Menschen im direkten Gespräch mit Kundinnen und Kunden, im Fachkräftezentrum geht es um Betriebe und deren Personalbedarf, daneben braucht der Fonds Fachleute für Controlling, Personal und IT. Der waff nennt auf seiner Karriereseite Gleitzeit ohne Kernzeit, mobiles Arbeiten und interne Weiterbildung als das, was er seinen Beschäftigten bietet. Bemerkenswert für eine Organisation, deren Kerngeschäft Qualifizierung ist: Sie bildet auch selbst Lehrlinge aus und führt das Gütesiegel TOP-Lehrbetrieb. Wie viele Menschen insgesamt für den waff arbeiten, weist die Organisation öffentlich nicht aus. Die Reichweite der Arbeit lässt sich dagegen genau beziffern: Seit heuer liegt die Einkommensgrenze für die volle Förderung bei 2.800 statt bisher 2.500 Euro netto im Monat, wodurch rund 470.000 Beschäftigte in Wien in Frage kommen, etwa die Hälfte aller unselbständig Erwerbstätigen der Stadt.
Lassallestraße 1
1020 Wien
Österreich