

Schweizer Straße 30
6850 Dornbirn
Österreich

Zumtobel-Leuchten hängen über Museumswänden, in Operationssälen und über Werkshallen. Entwickelt werden sie in Dornbirn, wo Walter Zumtobel 1950 mit einem kleinen Elektrogerätebetrieb angefangen hat. Die Zumtobel Lighting GmbH ist die österreichische Gesellschaft hinter der Marke Zumtobel und Teil der börsennotierten Zumtobel Group, die 2025 ihr 75-Jahr-Jubiläum gefeiert hat. Rund 5.300 Menschen arbeiten heute in der Gruppe.
Verkauft wird das nicht im Baumarkt. Die Kunden sind Architektinnen, Lichtplaner und Elektrobetriebe, die ein ganzes Gebäude ausstatten, und das prägt die Arbeit: Projekte ziehen sich, sie werden durchgerechnet, und das Ergebnis muss auch nach zehn Jahren noch stimmen. Wie anspruchsvoll das wird, zeigt die Sportbeleuchtung. Flutlicht darf für die Zeitlupenkameras einer Fernsehübertragung nicht flackern, und die Anlagen der Gruppe sind dafür FIFA-zertifiziert. Andere Projekte stellen völlig andere Fragen. Im Museum zählt, dass die Farben eines Bildes stimmen; in der Werkshalle, dass die Beleuchtung wenig Strom zieht und über Jahre gleichmäßig bleibt.
Hinter der Marke Zumtobel stehen zwei weitere: Thorn macht Außen- und Sportbeleuchtung, Tridonic die Technik im Inneren der Leuchten, also Treiber, Sensorik und Software für vernetzte Systeme. Im Geschäftsjahr 2025/26, das Ende April 2026 auslief, kam die Gruppe auf 1.040,4 Millionen Euro Umsatz, davon 832,3 Millionen im Leuchtengeschäft; die Zahlen stammen aus der Bilanzmeldung von Mitte Juli 2026. Gefertigt wird in rund zehn Werken auf drei Kontinenten, Vertriebsgesellschaften und Partner sitzen in knapp 90 Ländern. An der Wiener Börse ist die Gruppe seit 2006 notiert, größter Aktionär ist weiterhin die Gründerfamilie.
Dornbirn ist dabei mehr als eine Adresse im Firmenbuch. Der Standort ist Forschungs- und Entwicklungszentrum der Gruppe und produziert zugleich. Entwickler für Optik und Elektronik sitzen hier, Lichtplanerinnen rechnen Projekte gemeinsam mit Architekten durch, an den Anlagen stehen Mechatroniker und Kunststofftechniker. Dazu kommt alles, was ein international tätiger Konzern sonst braucht, von der IT bis zum Vertrieb. Ein eigenes Lichtlabor gibt es am Standort seit 1960.
Wie viele Beschäftigte genau auf die Zumtobel Lighting GmbH entfallen, weist der Konzern nicht gesondert aus. Bemerkenswert ist aber, welches Gewicht die Lehre in Dornbirn hat. Seit 1964 haben dort über 900 junge Leute ihre Ausbildung abgeschlossen, aktuell sind rund 60 Lehrlinge im Haus, ausgebildet wird in sechs Berufen, darunter Mechatronik, Kunststofftechnik und IT-Systemtechnik. Das Land Vorarlberg führt den Betrieb als ausgezeichneten Lehrbetrieb. Mehr als zwei Drittel bleiben nach dem Abschluss im Unternehmen.
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