Peter-Behrens-Platz 7
4020 Linz
Österreich

In einer Werkstatt in der Linzer Tabakfabrik schrauben Menschen an Fahrrädern, die nach langer Arbeitslosigkeit gerade wieder Tritt fassen. Betrieben wird sie von B7 Arbeit und Leben, einem gemeinnützigen Verein, der seit 1984 in Oberösterreich Menschen in schwierigen Arbeits- und Lebenssituationen berät, begleitet und beschäftigt. Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen diese Arbeit, dazu kommen zehn Transitarbeitskräfte. Gearbeitet wird an Standorten in zehn Bezirken, von Braunau bis Perg.
Der Name stammt von der Gründungsadresse. 1984 starteten Mitarbeiter der Diözese Linz in der Bischofstraße 7 eine Arbeitsloseninitiative, die jungen Menschen ohne Job einen Raum für Orientierung geben sollte. Aus dieser Initiative wurde ein eigenständiger, gemeinnütziger Verein mit Sitz am Peter-Behrens-Platz in der Tabakfabrik Linz. Konkret geblieben ist die Arbeit bis heute. Im FrauenBerufsZentrum klären Beraterinnen mit Frauen, welcher berufliche Weg nach Kinderpause oder Jobverlust tatsächlich trägt. Im Programm P.U.R. geht es um die oft zähen Fragen rund um Pension und Rehabilitation, im Case Management Sozialhilfe um Menschen, bei denen sich mehrere Probleme gleichzeitig auftürmen. Das Angebot 55+ Erfahrung zählt richtet sich an ältere Arbeitsuchende. Finanziert wird das überwiegend öffentlich: Hinter den Beratungsprogrammen stehen das AMS Oberösterreich und das Land Oberösterreich, die kostenlose Familienberatung in Kirchdorf und Perg wird vom Bundeskanzleramt gefördert. Wer bei B7 anfängt, arbeitet also in einem Feld mit stabiler öffentlicher Nachfrage und klarem gesellschaftlichem Zweck.
Die Berufsbilder sind breiter, als man bei einer Beratungseinrichtung vermutet. In den Beratungsstellen sitzen Sozialarbeiterinnen, Beraterinnen und Juristinnen, im Fahrradzentrum stehen Fachkräfte aus Werkstatt und Verkauf, und im Linzer Büro laufen Verwaltung, Lohnverrechnung und Öffentlichkeitsarbeit zusammen. Das Fahrradzentrum ist seit Anfang 2017 in der Tabakfabrik zu Hause und funktioniert als sozialökonomischer Betrieb: Es verkauft neue und gebrauchte Räder, repariert, verleiht, und die Menschen, die das tun, kommen selbst aus längerer Arbeitslosigkeit zurück in den Job. Bezahlt wird dort nach dem SWÖ-Kollektivvertrag. B7 beschreibt sich selbst als Haus mit flachen Hierarchien, Du-Wort-Kultur, flexiblen Arbeitszeiten und regelmäßiger Weiterbildung, und viele Stellen werden bewusst in Teilzeit ausgeschrieben. Für die Qualität der Arbeit spricht das Gütesiegel für Soziale Unternehmen, das der Verein seit 2015 trägt, dazu das BGF-Gütesiegel für betriebliche Gesundheitsförderung und die Mitgliedschaft im bundesweiten Netzwerk arbeit plus. Die Geschäftsführung liegt bei Ulrike Würzburger, der ehrenamtliche Vorstand wird von Heinz Mittermayr als Obmann geführt.
Zur Mitarbeiterzahl schwanken die Angaben je nach Quelle zwischen rund 50 und rund 60, konkrete Gehaltsbänder außerhalb der Fahrradzentrums-Ausschreibungen sind öffentlich nicht einsehbar. Zum 40-Jahr-Jubiläum im Mai 2024 fasste Martin Weinberger, Leiter der Beratung für Arbeit suchende Menschen, die Aussichten in fünf Worten zusammen: Es wird uns immer brauchen.
Peter-Behrens-Platz 7
4020 Linz
Österreich