Rivergate, Handelskai 92
1200 Wien
Österreich

Im niederösterreichischen Weinburg walzen Maschinen Aluminium von 0,6 Millimetern auf wenige Mikrometer herunter. Was daraus wird, hat fast jeder schon in der Hand gehabt: den Deckel auf dem Joghurtbecher, die Kaffeeverpackung, die Folie, aus der man morgens eine Tablette drückt. Angefangen haben die Brüder Teich dort 1912. Heute steuert Constantia Flexibles von Wien aus 37 Werke in 18 Ländern.
Das Geschäft ruht auf zwei Beinen. Der Bereich Consumer liefert Verpackungen für Lebensmittel, Tiernahrung und Körperpflege, der Bereich Pharma steht für Blisterfolien und Sachets, bei denen Dichtheit und Patientensicherheit entscheiden. Rund 8.500 Menschen arbeiten in der Gruppe, die sich nach eigenen Angaben als drittgrößter Hersteller flexibler Verpackungen weltweit sieht (cflex.com, Stand März 2026). Beim Eigentümerwechsel Anfang 2024 waren es mehr als 4.000 Kunden.
Die Konzernzentrale sitzt im Rivergate am Wiener Handelskai, geführt von CEO David Spratt und CFO Mariella Röhm-Kottmann. Dort laufen die konzernweiten Funktionen zusammen. Wie viele Beschäftigte auf die Wiener Zentrale entfallen, weist das Unternehmen nicht öffentlich aus.
Das größte Werk der Gruppe steht dort, wo alles begann. In Weinburg arbeiten 1.028 Menschen, und das einzige Walzwerk des Konzerns beliefert von hier aus auch Schwesterwerke im Ausland. Etwa eine Milliarde Quadratmeter Aluminiumfolie verlassen den Standort pro Jahr, bei Deckeln bezeichnet sich das Werk als weltweite Nummer eins. Mehr als 80 Millionen Euro fließen in den Ausbau, unter anderem in eine größere Walzanlage (WKO Niederösterreich, April 2024).
Wer dort einsteigt, trifft auf einen Betrieb, der seit 2015 das staatliche Gütezeichen berufundfamilie trägt, zuletzt 2025 neu auditiert und bis 2028 gültig. Dazu gehören eine Ferienbetreuung für Kinder im Sommer und ein Programm für mentale Gesundheit. Rund 30 Lehrlinge lernen im Haus, ausgebildet wird technisch wie kaufmännisch, von der Elektrotechnik über die Labortechnik bis zu den Industriekaufleuten.
An den Anlagen stehen Elektro- und Metalltechnikerinnen, im Labor prüfen Chemikerinnen Beschichtungen, in Wien planen Einkauf, Finanzen und Vertrieb für ein Werksnetz von Europa über Nordamerika bis Asien. Der Konzern wächst weiter: Seit Jänner 2024 gehört Constantia Flexibles der US-Beteiligungsgesellschaft One Rock Capital Partners, im März 2025 kam der Verpackungshersteller Aluflexpack mit Werken unter anderem in Kroatien, Polen und der Türkei dazu. Die Karriereseite des Konzerns gibt es in sieben Sprachen. EcoVadis vergab 2024 und 2025 die Platin-Bewertung, CDP ein A für Klimatransparenz.
Rivergate, Handelskai 92
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