Leopold-Wedl-Str 1
Mils
Österreich

Über 30.000 Produkte, mehr als 110 eigene Lkw, sieben Abholmärkte von Innsbruck bis Wien. Von der Zentrale in Mils bei Hall aus beliefert Wedl Gastronomie, Hotellerie und Großküchen in ganz Österreich. Begonnen hat das 1904 mit einer Gemischtwarenhandlung in Hall in Tirol. Das Unternehmen ist bis heute in Familienhand.
Das Kerngeschäft ist der Zustellgroßhandel für die Gastronomie. Wirte, Hotelküchen und Kantinen bestellen, Wedl liefert. Über 75 Prozent des Großhandelsumsatzes laufen inzwischen über diese Zustellung, der Rest über die Abholmärkte, die von Innsbruck über Saalfelden und Villach bis nach Wien reichen. Sortiment und Logistik hängen dabei eng zusammen: Frischfleisch, Fisch, Obst und Gemüse müssen am nächsten Morgen in der Küche stehen, sonst nützt die beste Bestellung nichts.
Die Wedl Gruppe erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von 683,7 Millionen Euro und beschäftigte 1.413 Menschen, davon entfielen 483,5 Millionen Euro auf den Gastro-Großhandel. Diese Zahlen beziehen sich auf die gesamte Gruppe rund um die Wedl Handels-GmbH, nicht auf die einzelne Gesellschaft. Das Unternehmen zählt sich selbst zu den zehn größten Lebensmittelhändlern Österreichs. Der Firmensitz liegt seit 1967 in Mils, wenige Kilometer östlich von Innsbruck.
Ein zweites Standbein ist der Kaffee. In Mils steht eine eigene Rösterei für kleinere Spezialitätenmengen, die Hauptproduktion läuft über die italienische Tochter Procaffè in Belluno. 1999 startete in Innsbruck die erste Testa Rossa caffèbar, aus der ein Franchise-System mit Betrieben in Europa, Asien und Afrika wurde. 2025 wuchs der Kaffeebereich um 21,8 Prozent auf 54,2 Millionen Euro, getragen vor allem von Griechenland, Deutschland und Italien. Wer international arbeiten will, muss dafür also nicht das Unternehmen wechseln.
Die Berufsbilder reichen weit über den Handel hinaus. In den Lagern kommissionieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nachts die Bestellungen für den nächsten Zustelltag, auf der Straße sind die Fahrer der eigenen Flotte unterwegs. Im Verkaufsinnendienst betreuen Kundenberater feste Gastronomiebetriebe über Jahre hinweg, dazu kommen Fachleute für Wein, für die Fleischabteilung und für den Einkauf. Auch eine eigene Werbeagentur gehört zum Haus. Lehrlinge bildet Wedl ebenfalls aus.
Spürbar ist zuletzt der Zug Richtung Technik. 2025 liefen erstmals mehr als 55 Prozent der Bestellungen über den Webshop, App-Bestellungen legten um mehr als ein Drittel zu, und eine umfassende IT-Modernisierung soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Mit der Tochter happyBytz baut das Unternehmen zudem robotergestützte Küchenmodule samt eigenen Rezepturen für Gastronomie, Pflegeeinrichtungen und Schulen auf. Auf der Karriereseite nennt Wedl unter anderem vergünstigte Mittagsmenüs und ein Jobrad-Angebot. Geführt wird die Gesellschaft von Lorenz Wedl und Klaus Mantl.
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